Ich kann nicht umhin, in diesen Tagen auch hierzu ein paar Worte zu verlieren.
Studivz hat seit einigen Wochen neue AGBs und Datenschutzerklärungen, und seit heute kann man das Netzwerk nicht mehr nutzen, wenn man ihnen nicht zustimmt.
Selbstverständlich ist personalisierte Werbung blöd. Aber wer hat denn bitte daran geglaubt, dass man einen Service kostenlos nutzen kann, wenn Konzerne dafür 100 Millionen € bieten? Statt Geld bezahlt man eben mit seiner Aufmerksamkeit, und die ist Werbeleuten personalisiert eben viel mehr Geld wert.
Die neuen AGBs lassen, dass muss man ganz klar sagen, keinen Datenverkauf zu. Nun gibt es Leute, die aus dem Studivz mit der Argumentation austreten, dass Holtzbrinck die AGBs eh am Popo vorbei gehen und die aus jedem Fünkchen Daten sowieso Geld machen. Nun, A) zwingt dich ja keiner, deine persönlichsten Daten anzugeben und B) hätten sie das auch schon die letzten 2 Jahre machen können und da is noch keiner auf die Idee gekommen.
Jeder kostenlose Online-Dienst will nicht nur überleben, sondern in der Goldgräberstimmung des Web 2.0 möglichst dicke Kohle machen. Googlemail behält sich das Recht vor, all deine Emails zu speichern, Facebook speichert selbst ausgeloggt über Cookies dein Kaufverhalten bei Onlinekaufhäusern und auch sonst bestimmt noch ein paar lukrative Informationen.
Ich stehe diesem gläsernen User kritisch gegenüber und ich meine, man sollte sehr sensibel mit jeder Angabe persönlicher Dinge sein, Blogs und Fotoscommunitys, wie ich sie auch nutze, eingeschlossen. Doch man kann sich diesem System eigentlich nurnoch theoretisch entziehen, wenn man nie mitgemacht hätte. Sobald man ein zwei drei ganz viele Emailaccounts besitzt, man auf irgendeinem Foto verlinkt war oder nur einen Vortrag auf einer Tagung gehalten hat, deren Programm im Internet zu finden ist, steckt man drinne und kann nurnoch Schadensbegrenzung betreiben.
Deshalb bleibe ich im Stasiverzeichnis, gebe nicht zu viel Preis und mache mir die viel zu sehr verstecke Funktion zu nutze, in der man die personalisierte Werbung “abschalten” kann. Wer wissen will, wie’s geht, möge auf meine Pinnwand schaun. Man findet mich noch unter vollem (mehr oder weniger bürgerlichem) Namen.
Es gruschelt,
Die Käthe